Chronik der Wallenburger Zunft Dürbheim e.V.

 

1893

Erstmalige Erwähnung der Dürbheimer Fasnet in der Chronik des Gesangsvereins. Hier steht "an der Fasnet wieder ein Singspiel aufgeführt wurde, das großen Anklang fand". Das Wort "wieder" weißt darauf hin, dass dieses bereits auch schon vorher der Fall war und die Fasnet noch älter ist.

1896

Erste Dürbheimer Vogelbörse im Gasthaus zur Bierhalle.

um 1925

Aufschwung der Dürbheimer Fasnet. Zusätzlich zu den Gesichtsabdeckungen aus schwarzem Tuch entstehen die ersten primitiven Groteskholzmasken mit langen Eckzähnen, welche überwiegend von den Narren selbst angefertigt wurden. Die Narren zeigten sich damals auf den Straßen. von Haus zu Haus und in den Lokalen von Dürbheim.

1945

 

 

 

 

 

 

Unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg soll ein ortsansässiger Markenschnitzer die ersten Dürbheimer Glattlarven geschnitzt haben. Da deren Gesichtszüge jedoch uneinheitlich waren und dazu, ebenfalls uneinheitliche, Dominokleider getragen wurden, konnten die Narren unter dem Narrenkleid aber leicht identifiziert werden.

Der alte Tradition des "Maschkerens" erlebte in den Nachkriegsjahren eine neue Blüte. Dabei zogen die Narren von Haus zu Haus und hielten den Leuten ihre "Ausrutscher" vor und taten sich dabei bei Brot und Speck gütlich. Dieser Brauch wurde durch das erstmalig 1949 erschienene Narrenblättle unterstützt.

Erster Hinweis auf die Wallenburger Zunft.

Erster Hemdglonkerumzug und erste Fasnetsumzüge.

ca. 1950

Der im gleichen Zuge aufgestellte Elferrat organisierte fortan die Vogelbörse in der Bierhalle. Des Weiteren veranlasste die Zunft die Anschaffung eines einheitlichen Narrenkleides. Diese damals schon Wallenburger genannten Narrenleider sind heute noch beim Maschkern auf Dürbheims Straßen zu sehen.

ab 1956

Leider fiel die Dürbheimer Fasnet danach in eine tiefe Krise. Der damalige Kassier vollzog sein "privates Wirtschaftswunder" und brannte mit der Vereinskasse durch. Aus Verärgerung darüber trat die Vorstandschaft zurück und die noch junge Zunft wurde wieder aufgelöst.

In den folgenden Jahren finden zwar trotzdem privat organisierte Fasnetsumzüge in Dürbheim statt, allerdings herrscht vor allem bei den älteren Narren eine tiefe Resignation.

ab 1962

Der neu gewählte Dürbheimer Bürgermeister Horst Fechter verhilft der Dürbheimer Fasnet zu einem neuerlichen Aufschwung. Aus Mitgliedern des Sportvereins wird die Hexengruppe gegründet.

Ludwig Mattes rief wieder einen Elferrat zusammen und die Wallenburger Kleidle wurden mit Zwergenmasken aus Gummi bestückt. Bis 1970 ging alles gut dann ließ das Interesse wieder nach und die Dürbheimer Fasnet geriet in eine neuerliche Krise.

1973

Kurz vor der Fasnet verteilten drei junge Narren namens Walter Zepf, Walter Rebstock und Theo Vopper unterstützt von Bürgermeister Horst Fechter ein Flugblatt an alle Haushalte, Firmen, Stammtische und Vereine in Dürbheim. In diesem Flugblatt wurde zur Rettung des Dürbheimer Fasnetsumzugs aufgerufen. In diesem Jahr nahmen dann sage und schreibe 32 Wagen und Gruppen am Umzug teil.

Am 4. April 1973 fand die Gründungsveranstaltung der Wallenburger Zunft Dürbheim im Gasthaus Rose statt. Am Ende der Veranstaltung zählte die Dürbheimer Narrenzunft nicht weniger als 120 Mitglieder,

Am 11.11.1973 konnte auf der Generalversammlung der jungen Zunft der Entwurf des neuen Wallenburger Narrenkleides ,auf Karton gemalt, vorgestellt werden. Im gleichen Zug verschmolz die bereits bestehende Hexengruppe mit der neuen Zunft und das Aussehen der Hexengruppe wurde dementsprechend angepasst.

1974

Beim Umzug 1974 waren die ersten beiden neuen Wallenburger Narrenkleider auf der Straße zu sehen.

Das erste Dürbheimer Straßenfest wird von der Wallenburger Zunft Dürbheim durchgeführt.

1976

Die Wallenburger Zunft Dürbheim e.V. wird als 18. Zunft im Narrenfreundschaftsring Schwarzwald-Baar-Heuberg e.V. aufgenommen.

1977

Der Narrenrat wird eingekleidet und die Einzelfigur des Ortsbüttels geschaffen.

1978

Die Zunft ist auf 333 Mitglieder angewachsen, davon sind 120 aktive Wallenburger Kleidlesträger und 25 Hexen.

1983

Zum 10. jährigen Zunftjubiläum führt die Wallenburger Zunft Dürbheim das 4. Ringtreffen des Narrenfreundschaftsring Schwarzwald-Baar-Heuberg e.V. in Dürbheim durch.

1987

Einweihung des Zunftstübles im renovierten ehemaligen Gemeindebackhaus.

1989

Erstes Dürbheimer Brotfest beim Zunftstüble. Hier wird original Holzofenbrot aus den beiden restaurierten historischen Holzbacköfen des Zunftstübles angeboten.

1993

Großes Freundschaftstreffen in Dürbheim zum 20. Zunftjubiläum der Wallenburger Zunft Dürbheim.

1996

100. Dürbheimer Vogelbörse im Gasthaus Bierhalle.

2003

Brauchtumsabend zum 30. Zunftjubiläum

2014

Die Wallenburger Zunft Dürbheim richtet äußerst erfolgreich das 45. Ringtreffen des Narrenfreundschaftsring Schwarzwald-Baar-Heuberg aus.

   
   

Quellen:

"Zünfte im Narrenring Schwarzwald-Baar Heuberg" von Wolfgang P. Moseler

"Entstehung und Brauchtum der Dürbheimer Fasnet" von Theo Vopper

 

     
Vereinsführung der Wallenburger Zunft e.V. Dürbheim seit 1973
     
I. Zunftmeister Kassier
1973-1977 Ludwig Mattes 1973-1995 Josef Kapp
1977-1998 Theo Vopper 1995-1999 Ulrich Mauch
1998-1999 Franz Staiger 1999-2001 Manuela Weber
1999-2015 Thomas Zepf 2001-2011 Anita Schumacher
2016-heute Andreas Kauffmann 2011-2016 Michael Seeburger
    2016-heute Sabine Keuser
     
II. Zunftmeister Schriftführer
1973-1977 Theo Vopper 1973-1974 Walter Zepf
1977-1984 Peter Neininger 1974-1984 Konrad Kupferschmid
1984-1986 Frederick Winker 1984-1986 Roland Zuhl
1986-1998 Franz Staiger 1986-1988 Andrea Frech
1998-2008 Klaus Mattes 1988-1992 Gerhard Brugger
2008-2011 Michael Meder 1992-1996 Dietmar Zepf
2011-2016 Andreas Kauffmann 1996-2001 Conny Lutter
2016-2017 Wolfram Ringeis 2001-2005 Theo Vopper
2017-2018 Thomas Zepf 2005-2009 Andreas Kauffmann
2018-heute Manuel Mattes 2009-2010 Jaqueline Knödler
    2010-2011 Michael Seeburger

Geschäftsführer

2011-2014 Manuel Mattes
1996-2010 Diemar Zepf 2014-heute Ingo Leukart
2010-2014 Steffen Hermann    
2015-heute Dominik Brugger / Michael Wenzler